Hegering Viöl informiert: Die Bedeutung der Straßen- und Wegeränder für unsere Vogelwelt


Im Mai, Juni und teilweise auch noch im Juli ist die Vegetation üppig und unsere heimische Tier- und Vogelwelt brauchte sich um Nahrung und Deckung keine Sorgen zu machen. In diese Zeit fallen auch die Brut und die Jungenaufzucht. Dass die Wiesen Mitte bis Ende Mai zur Winterfuttergewinnung gemäht werden müssen, ist in unserer Region, die vorwiegend Milchwirtschaft und Futterbau betreibt, normal.

Leider werden in dieser Zeit und in der ersten Junihälfte in einigen Gemeinden auch die Straßen- und Wegeränder gemäht. So bleibt für unsere Fauna weder Deckung noch Nahrung. Beides ist aber überlebenswichtig! – Die Brut- und Setzzeit dauert per Gesetzgeber vom 15. März bis 15. Juni. Tatsächlich wird aber durch Nachbruten (2. und 3. Gelege) und die not- wendige Aufzuchtzeit auch noch die erste Julihälfte benötigt.

Die Nahrungsvielfalt an unseren Wegerändern (Schafsgarbe, Kerbel, Beifuß, Wegerich, Taubnessel, Brennnessel, Huflattich, Knöterich, verschiedene Gräser, unsere heimischen Insekten und vieles mehr) ist für Feldlerche, Grünfink, Goldammer, Rebhuhn, Fasan und viele andere überlebensnotwendig. Die heimischen Insekten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien, die Saat der Wildkräuter und nicht zuletzt die verbleibende Deckung sind für viele freilebende Tiere so wichtig, dass wir sie ihnen lassen sollten!
Wie wichtig unsere Vogelwelt für uns ist, wissen wir, wenn wir an die Meisen denken, die in dieser Zeit zu den fleißigsten Insektensammlern gehören. Über den Fasan weiß man, dass er Larven der Gartenhaarmücke, Drahtwürmer, große Ackerschnecken, Kartoffelkäfer, Forleulen-, Nonnen- und Kiefernspannerpuppen, Engerlinge und Blattkäfer verzehrt. Nicht zuletzt hilft er auch bei der Bekämpfung von Wildseuchen. So werden die Rachenbremse und die Dasselfliege von ihm als Fliege und als Puppe genommen. Die schon erwähnte Ackerschnecke, die der Fasan massenhaft vertilgt, ist der Zwischenwirt für den so gefürchteten Lungenwurm. Desgleichen nimmt der Fasan eine andere kleine Schnecke auf, die dem Leberegel als Zwischenwirt dient. Dies alles fand das biologische Versuchsinstitut in München im Kropf eines einzigen Fasanenhahns.

Deswegen haben Naturfreunde einen dringenden Wunsch:
Straßen- und Wegeränder, ausgenommen schwer einsehbare Einmündungen und Kreuzungen, deutlich nach dem 1. Juli mähen.