Hegering Viöl informiert: Lebensraum Knick und seine notwendigen Saumzonen


Die Pflegearbeiten an Hecken und Knicks sind jetzt abgeschlossen worden - leider nicht immer so, wie es wünschenswert gewesen wäre.

Gibt es nun nichts mehr zu tun? Doch, eine Vielzahl von ganz einfachen Biotopverbesserungen, die eigentlich in der Regel nur etwas guten Willen voraussetzen, sind jetzt und in der Folgezeit möglich.

Knick und Hecke sind für viele Tiere Rückzugs- und Deckungsraum, aber Nahrung wird mehr im Umfeld gesucht. Äsungsflächen findet unser Niederwild nicht auf den schnellwüchsigen Weiden, denen häufig jegliche Beikräuter fehlen. Auch die Maisfelder sind nicht als Äsungsfläche geeignet. Hier brauchen die freilebenden Tiere den guten alten Ackerrandstreifen (ihn gibt es kaum noch) oder die Saumzonen an beiden Seiten vom Knick. Die Saumzonen sind ebenso wichtig wie die Knicks. Im Knick und auf den angrenzenden Wirtschaftsflächen gibt es nur ein begrenztes Äsungsangebot. Die Saumzone, auch Krautsaum oder Hochstaudenflur genannt, ist ein echter Wildschutzstreifen. Hier finden die Singvögel, Insekten und das Niederwild ein reichliches und abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Dazu gehören Hochstauden sowie ein- und mehrjährige Wildpflanzen. Hierzu zählen auch einheimische Gräser einschließlich der Quecke und die wenig geliebten Arten wie Brennnessel und Distel. Pflege ist so gut wie nicht notwendig. Man muss nur aufpassen, dass der Steifen nicht verbuscht; wechselndes mehrjähriges Mulchen ist hier geboten.
Wer profitiert nun von diesen Wildschutzstreifen? Nur einige Beispiele, neben den oben schon genannten Singvögeln und Insekten: Rebhuhn und Fasan brüten nicht im Knick, sondern in dieser Saumzone. Auch der Hase liegt am Knick, nicht in ihm. Ebenso verhalten sich die Rehe. Dieser naturnahe Streifen ist also für unsere frei lebenden Tiere unverzichtbar.