Kreisjägerschaft NORDFRIESLAND e.V.

Meer als Jagd

Weitere Fragen und Antworten

 

Friedrich-Löffler-Institut


Freiwillige Entsorgung von Fallwild und Aufbruch von Schwarzwild 


Sehr geehrte Dannen und Herren,

ich möchte Sie hiermit darüber informieren, dass der Container zur freiwilligen Entsorgung von gefallenem Schwarzwild sowie Aufbruch von Schwarzwild am Standort Bauhof Husum ab sofort zur Nutzung bereitsteht.
Gemäß Vereinbarung können dort ganze Tierkörper oder Teile von gefallenem Schwarzwild sowie Aufbruch von erlegtem Schwarzwild entsorgt werden. Die Entsorgung erfolgt zu den üblichen Geschäftszeiten des Bauhofs in Husum, Siemensstr. 21.; 
montags bis freitags von 7.00 Uhr bis 12.00 Uhr nach vorheriger telefonischer
Anmeldung (Telefon-Nummer 0 48 41 / 77 30 61).
Vor Ort steht sowohl Schutzkleidung als auch Desinfektionsmittel zur Nutzung zur Verfügung. Darüber hinaus ist vor Ort eine Gelegenheit zur Reinigung von Behältnissen sowie zur Selbstreinigung gegeben. Sollten hierzu Fragen bestehen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an die Mitarbeiter des Bauhofs. Vor Ort müssen zu jeder Anlieferung die Kontaktdaten hinterlegt werden. Im Fall von gefallenem Schwarzwild ist es zwingend notwendig, die geforderten Proben zu entnehmen, um den Anspruch auf Beihilfe zu erhalten. Hierzu sind die genommenen 
Proben dem Veterinäramt, Maas 8, 25813 Husum, zuzuführen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter der Telefon-Nummer: 0 48 41 / 67-827 zur Verfügung

 Quartalsmeldung Schwarzwild

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das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, hat per Erlass vom 20.05.2019 angewiesen, dass die Schwarzwildstrecken gemäß § 17 Absatz 5 Satz 2 i.V.m. § 31 Absatz 1 und 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) ab sofort einmal je Quartal zu melden sind.
Die Schwarzwildstrecke ist der unteren Jagdbehörde neben der regulären Jahresmeldung als Quartalsmeldung jeweils bis zum 15.04., 15.07., 15.10. und 15.01. eines jeden Kalenderjahres vorzulegen.
Meldung an: marion.Petersen-Klopfer@nordfriesland.de
Vorzugsweise erfolgt die Meldung der Schwarzwildstrecken durch:
 •die Jagdausübungsberechtigten an die jeweiligen Hegeringleiter
 •diese leiten die Jagdstrecke des Quartals als Summe des Hegerings in digitaler Form an die untere Jagdbehörde, auch wenn im Hegering, wenn kein Schwarzwild erlegt, Fallwild, Verkehrswild vorkommt.
Was soll gemeldet werden
 • Anzahl des im Quartal erlegten Schwarzwildes
 • Anzahl des im Quartal im Straßenverkehr verunfallten Schwarzwildes (Verkehrsfallwild)
 • Anzahl des im Quartal tot aufgefundenen Schwarzwildes (allgemeines Fallwild).
   Eine Aufteilung nach Geschlechtern und Altersklassen muss nicht erfolgen.
Vorgehensweise
Die Exceldatei speichern, den Namen des Hegerings eingeben, Reviere eingeben,
nur Zahlen eingeben die größer Null (eine Null muss nicht eingetragen werden) sind, siehe Beispiel. Die Datei dann an marion.Petersen-Klopfer@nordfriesland.de senden.
Die selbe Datei kann bis 1 Quartal 2021 weitergeführt werden.
 

Schwarzwild Meldung
Vorlage für Hegeringe zur Quertals Meldung
vorlage_schwarzwildmeldung_hegeringe.xlsx (22.18KB)
Schwarzwild Meldung
Vorlage für Hegeringe zur Quertals Meldung
vorlage_schwarzwildmeldung_hegeringe.xlsx (22.18KB)



Afrikanische Schweinepest - Aktuelle Aspekte zu Früherkennung und Vorbeugung

Die Gefahr des Eintrags der Afrikanischen Schweinepest in die Schwarzwildbestände ist weiterhin hoch. Neben der Prävention ist insbesondere die Früherkennung eines Eintrags von entscheidender Bedeutung. Hierfür stellt die Untersuchung tot aufgefundener Stücke Schwarzwild die wichtigste Maßnahme zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest dar. Es wird an alle Jägerinnen und Jäger appelliert, jedes tot aufgefundene Stück Schwarzwild, d.h. auch Verkehrsfallwild sowie als krank erlegtes Schwarzwild zu melden und zu beproben. In der laufenden Jagdsaison sollen auch Proben von gesund erlegten Stücken eingesendet werden. Hier werden insbesondere diejenigen Revierinhaber gebeten, sich am Monitoring zu beteiligen, die in der aktuellen Saison noch keine Proben eingesendet haben.

Grundsätzlich sollte jedes tot aufgefundene oder krank erlegte Stück Schwarzwild zeitnah gemeldet und beprobt werden. Nur bei einer frühen Erkennung eines punktförmigen Viruseintrags in den heimischen Schwarzwildbestand besteht die Möglichkeit, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Seuche einzudämmen und erfolgreich zu bekämpfen. Hierauf hat sich Schleswig-Holstein intensiv vorbereitet. In Tschechien ist die Tilgung des Virus beim Schwarzwild nach einem punktförmigen Eintrag im Sommer 2017 inzwischen erfolgreich abgeschlossen.

Wird vor allem tot aufgefundenes Schwarzwild nicht untersucht und ein Seucheneintrag daher spät erkannt, ist bei einer bereits erfolgten Verbreitung des Virus eine Begrenzung des Seuchengeschehens im Schwarzwildbestand bei hoher Schwarzwilddichte kaum mehr möglich. Tot aufgefundenes Schwarzwild nicht zu melden ist also keine Lösung. Diese Vorgehensweise verschlimmert die Situation dramatisch und langfristig.

Probenahme und Meldung

Die Proben können unkompliziert mittels Tupfern genommen und mit der Probenahme für die Trichinenuntersuchung verbunden werden. Das Probenmaterial (Tupfer und Röhrchen, Probenbegleitscheine) ist beim örtlich zuständigen Veterinäramt erhältlich, Material zur Bergung von Kadavern (z.B. Maisstärkesäcke) kann dort ebenfalls angefragt werden.

In der Regel sollten verendet aufgefundene Stücke (Fallwild und Unfallwild) sowie krank erlegte Stücke spätestens am nächsten Werktag gemeldet werden. Eine möglichst zeitnahe Meldung ist dann besonders wichtig, wenn keine Beprobung und/oder Bergung des Tierkörpers durch den Jagdausübungsberechtigten möglich ist.

Der Fund von mehreren verendeten Tieren gleichzeitig an einem Ort sollte umgehend noch am selben Tag gemeldet werden, d.h. auch am Wochenende oder an Feiertagen.

Die Meldung nimmt das zuständige Veterinäramt wie im Anschluss beschrieben entgegen:

1. Werktags ist das zuständige Veterinäramt unter folgender Rufnummer des jeweiligen Amtes zu erreichen:

2. Außerhalb der regulären Erreichbarkeit kann eine Meldung über die untenstehenden Telefonnummern der Rettungsleitstellen erfolgen. Wenn diese nicht erreichbar sind, ist auch eine Meldung über die Polizei unter der Notrufnummer 110 möglich. Diese leitet die Meldung an die Rettungsleitstellen weiter:

Die Fundstelle muss wiederauffindbar sein. Hierzu sollten möglichst genaue Angaben zur Lokalisation des Fundortes gemacht werden. Der Fundort kann mit Flatterband o.ä. markiert werden und das Tier am Fundort fotografiert werden. Tot aufgefundene Wildschweine können zur Georeferenzierung per App an das Tierfund-Kataster gemeldet werden unter www.tierfund-kataster.de.

Das zuständige Veterinäramt wird zwar automatisch durch die App über den Fund informiert, es wird jedoch darum gebeten, den Fund zusätzlich telefonisch an das zuständige Veterinäramt zu melden, um zeitliche Verzögerungen in jedem Fall zu vermeiden. Weiterhin sind Angaben zum ungefähren Gewicht des Tieres und zum ungefähren Verwesungszustand des Tierkörpers hilfreich. Falls mehr als ein Tier aufgefunden wird, ist ein diesbezüglicher Hinweis besonders wichtig. Weitere Informationen zur ASP und zur Probenentnahme erhalten Sie unter www.schleswig-holstein.de/ASP.

Entsorgung von Aufbruch und verendeten Wildschweinen

Für die kostenfreie und sichere Entsorgung von Aufbruch, Fallwild und Unfallwild werden derzeit Sammelplätze durch die Veterinärämter eingerichtet. Für die Abgabe muss das Material auslaufsicher in Maisstärkesäcken verpackt werden. Für die Beprobung mit anschließender Abgabe von Fallwild und Unfallwild an diesen Sammelplätzen durch den Jagdausübungsberechtigten wird diesem eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 € erstattet. Ob und wo die Sammelplätze bereits eingerichtet worden sind, erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Veterinäramt. Die Antragstellung erfolgt für das vergangene Jagdjahr auf dem vom Ministerium vorgegebenen Formular und ist befristet bis zum 30. Juni des Jahres. Pro Revier soll daher für das jeweils vergangene Jagdjahr ein Antragsformular eingereicht werden, dem Kopien der Probenbegleitscheine in fortlaufender Nummerierung beigefügt werden.  Weitere Informationen zur Aufwandsentschädigung sowie das Antragsformular erhalten Sie unter www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/W/wald/jagd.html.

Kirrung von Schwarzwild

Im Zuge der ASP-Prävention wird eine intensive Bejagung des Schwarzwildes gefordert. Die Kirrung von Schwarzwild mit dem Ziel der Erlegung ist eine verbreitete Jagdmethode. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zum Fütterungsverbot. Kirrungen dürfen nur mit geringen Futtermengen vorgenommen werden und dürfen für anderes Schalenwild nicht zugänglich sein. Problematisch sind Kirrungen, die zu verbotenen Fütterungen führen, da diese die Populationsentwicklung beeinflussen können. Im Rahmen der ASP-Prävention müssen alle vermeidbaren Einflüsse einer positiven Populationsentwicklung vermieden werden. Missbräuchliche Handhabungen des Fütterungsverbotes werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Wiederholte Verstöße können zum Entzug des Jagdscheins führen. Die Jägerschaft muss verantwortungsbewusst mit dem gesetzlichen Rahmen umgehen, da sonst umfassenden Neuregelungen bis hin zu einem generellen Kirrverbot drohen. 

Bessere Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) - Landesregierung, Kreise und kreisfreie Städte legen gemeinsames Maßnahmenpaket vor

Gemeinsam mit dem Land verstärken die Kreise sowie kreisfreien Städte die Maßnahmen zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest beim Schwarzwild. Dies teilten das schleswig-holsteinische Umweltministerium, der Landkreistag sowie der Städteverband heute (20. Juli) mit. Die drei Parteien haben sich auf ein entsprechendes Maßnahmenpaket verständigt. Dazu sagte Umweltminister Robert Habeck: „Ich bedanke mich bei den Kreisen und kreisfreien Städten für die gute Zusammenarbeit. Die vereinbarten Maßnahmen sind ein starkes Signal für eine gemeinsam getragene Prävention der Afrikanischen Schweinepest im Land. Sie bieten der Jägerschaft in Schleswig Holstein verbesserte Bedingungen für die Schwarzwildjagd und schaffen Anreize für das wichtige Schwarzwildmonitoring bei Fallwild.“

Der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages, Reinhard Sager, führte für die Kreise aus: „Das ist ein wichtiger Schulterschluss zwischen Land und Kreisen. Wir werden im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest nur gemeinsam die notwendigen Maßnahmen einleiten und koordinieren können. Ich freue mich, dass wir uns nun so rechtzeitig und abgestimmt auf einen eventuellen Ausbruch vorbereiten.“ Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Tauras ergänzte aus Sicht der kreisfreien Städte: „Wir sehen in diesem gemeinsamen Maßnahmenpaket auch einen wichtigen Beitrag der Kreise und kreisfreien Städte zur Intensivierung der Prävention. Wir hoffen natürlich, dass die Seuche nicht nach Schleswig-Holstein kommt. Eine gute Vorbereitung kann im Falle eines Auftretens aber dazu beitragen, die Ausbreitung zu verhindern. Dazu wollen wir alle unseren Beitrag leisten.“

Mit dem Maßnahmenpaket sollen Jägerinnen und Jäger künftig eine finanzielle Entschädigung für den zusätzlichen Aufwand, der durch die Fallwildsuche (verendetes Schwarzwild) entsteht, erhalten. Zudem wird zum Herbst die Infrastruktur zur unschädlichen Beseitigung von Aufbruch (nicht verwertbare Innereien von erlegtem Wild) von erlegtem Schwarzwild- geschaffen. Hierzu gehört die Einrichtung von Sammelplätzen mit Containern in den Kreisen und kreisfreien Städten.

Der finanzielle Gesamtrahmen des auf zwei Jahre angelegten Maßnahmenpakets liegt bei 300.000 Euro pro Jahr. Die Kosten werden dabei zur Hälfte durch Kreise und kreisfreie Städte sowie durch das Land getragen.


Bestandteile des Maßnahmenpaketes:

Jägerinnen und Jäger erhalten künftig eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro, wenn sie Fallwild finden, eine Probe für die Untersuchung auf ASP im Landeslabor entnehmen und das Fallwild entsorgen. Die Entsorgung ist dabei für die Jäger kostenfrei. Die Zahlung der Aufwandsentschädigung wird über das MELUND erfolgen.

Für das Monitoring auf Afrikanische Schweinepest ist die Untersuchung von Fallwild als Frühwarnsystem von besonderer Bedeutung, um einen möglichen Eintrag der Tierseuche nach Schleswig-Holstein frühzeitig zu entdecken. Die Untersuchung erfolgt im Landeslabor Schleswig-Holstein (LSH). Infizierte Wildschweine können innerhalb weniger Tage an der Infektion mit dem Virus verenden. Parallel dazu werden Jägerinnen und Jägern für Schwarzwild, das sie in Schleswig-Holstein erlegen, für den Zeitraum von zwei Jahren die Gebühren für die Trichinenuntersuchung durch die Kreise und kreisfreien Städte erlassen.

Beide Maßnahmen starten ab dem 1. August.

Als weitere Maßnahme zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Jagd auf Schwarzwild werden zum Herbst Sammelstellen durch die Kreise und kreisfreien Städte eingerichtet. An diesen Plätzen können Jägerinnen und Jäger verendetes Schwarzwild sowie Aufbruch von erlegtem Schwarzwild kostenlos abliefern.
Die Sammelstellen sollen im Umkreis von rund 20 Kilometern zu erreichen sein. Hierbei ist eine regionale Differenzierung je nach Schwarzwildvorkommen und Schwarzwilddichte vorgesehen. Die gesammelten Tiere und die Eingeweide des erlegten Schwarzwilds werden im Anschluss über die Tierkörperbeseitigung unschädlich beseitigt. Für die Entsorgung tragen Land und Gebietskörperschaften die anfallenden Kosten je zur Hälfte.Hiermit wird bereits im Vorfeld eines möglichen Eintrags der ASP vorsorglich eine Grundinfrastruktur mit geeigneten Sammelstellen geschaffen, die im Seuchenfall genutzt und erweitert werden kann. Im Falle des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest bei Schwarzwild ist die Sammlung und unschädliche Beseitigung von Aufbruch und Fallwild in den betroffenen Gebieten vorgeschrieben.
Im Kreis Segeberg ist bereits ein Pilotprojekt zur Sammlung von Aufbruch und Fallwild angelaufen. Erfahrungen daraus sollen in die Einrichtung weiterer Sammelstellen in den Kreisen und kreisfreien Städten eingebracht werden.

Hintergrund
Die Afrikanische Schweinepest tritt in zahlreichen Ländern Osteuropas bei Wild- und Hausschweinen auf. Seit Mai 2018 zählt auch Ungarn zu den betroffenen Mitgliedstaaten. Die Fallzahlen bei Wildschweinen steigen besonders in Polen und Litauen weiter stark an. Zudem werden seit Juni zahlreiche Ausbrüche in Hausschweinebeständen in Rumänien und Polen gemeldet. Deutschland ist bisher frei von der für den Menschen ungefährlichen Tierseuche.

Das Friedrich-Loeffler Institut stuft das Risiko des Eintrags des Virus nach Deutschland durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge oder Personen als hoch ein. Über achtlos in die Um gebung entsorgte Lebensmittelreste können sich Wildschweine infizieren, wenn sie dieses Material aufnehmen. Ein Eintrag des Virus in die Wildschweinpopulation mit einem Sprung über weite Entfernungen, der vermutlich über infizierte Lebensmittelreste erfolgt ist, wurde bereits Mitte 2017 in Tschechien und im Frühjahr 2018 in Ungarn festgestellt. Im Jagdjahr 2016/2017 hat die Schwarzwildstrecke (d.h. die Anzahl der erlegten Wildschweine) im Land gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 15.694 Stück zugenommen. Davon waren 466 Stück Fallwild insbesondere durch den Verkehr verursacht.

Im Falle eines Nachweises der ASP bei Wildschweinen wird ein „Gefährdetes Gebiet“ mit umgebender Pufferzone um den Fundort eingerichtet. In diesen Restriktionszonen sind alle erlegten und tot aufgefundenen Wildschweine (Fallwild) auf ASP zu untersuchen. Die Einrichtung eines Gefährdeten Gebiets sowie die Probennahme an Fallwild und dessen Entsorgung wurden im Rahmen einer groß angelegten Übung Ende Juni von Land und Kreisen erprobt.

Sämtliches Fallwild ist dort über Sammelstellen, die in den jeweiligen Restriktionszonen einzurichten sind, zu sammeln und über die Tierkörperbeseitigung unschädlich zu beseitigen. Das Virus bleibt in den Kadavern über lange Zeit infektiös uns kann eine Infektionsquelle für weitere Wildschweine darstellen. Erlegtes Schwarzwild wird erst nach einer negativen Untersuchung auf ASP zum Verzehr freigegeben, der Aufbruch ist ebenfalls über die Tierkörperbeseitigung zu entsorgen.

Um eine Infektion mit Trichinen auszuschließen, müssen grundsätzlich alle erlegten Wildschweine vor dem Verzehr einer Untersuchung auf Trichinen unterzogen werden. Zu diesem Zweck werden bei den Kreisen und kreisfreien Städten ausgewählte Muskelproben auf die Freiheit von Trichinen untersucht. Trichinen sind kleine Fadenwürmer, die als Parasiten in der Muskulatur von Wild- oder Hausschweinen, aber auch anderen Tieren leben können. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt ausschließlich durch den Verzehr von rohem oder nicht durcherhitztem Fleisch, welches die infektionsfähigen Larven enthält. 

06.09.2018   Erster ASP-Ausbruch in Bulgarien

In Bulgarien ist ein erster Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Die Seuche ist an der Ostgrenze im Raum Warna unweit des schwarzen Meeres ausgebrochen. Der bulgarische Landwirtschaftsminister lässt in einer drei Kilometer breiten Schutzzone alle Schweine auf ASP testen. In Rumänien schlagen Eindämmungsversuche fehl. 

(Berlin, 3. September 2018) Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Bulgarien nachgewiesen worden. Das bestätigte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) am 31. August 2018. Bulgarischen Medien zufolge ist die Krankheit im Dorf Tutrakanzi im Raum Warna ausgebrochen, unweit des Schwarzen Meeres. Sie wurde in sieben Schweinen nachgewiesen, von denen vier bereits tot waren. Drei weitere wurden getötet und entsorgt.
Bulgarien hatte im Juli begonnen, einen 130 Kilometer langen Schutzzaun zum im Norden angrenzenden Rumänien zu errichten, wo die Seuche erstmals im Juni 2018 nachgewiesen wurde. Dem landwirtschaftlichen Fachmedium agrarheute.com zufolge ist Rumänien derzeit mit 700 erkrankten Tieren europäischer Spitzenreiter bei ASP-Infektionen in Hausschweinbeständen. Dabei sei auch der größte rumänische Schweinemastbetrieb betroffen, wo in den kommenden Wochen 350.000 Tiere getötet werden sollen. Der Direktor der rumänischen Tiergesundheitsbehörde, Gigu Dragna, hat gegenüber agrarheute.com eingeräumt, dass man sich beim Versuch der Eindämmung auf den Landweg konzentriert habe. Nach mehreren Vorfällen von schwimmenden Hausschweinkadavern in der Donau liege nun die Vermutung nahe, dass Kleinsthalter ihre toten Tiere im Fluss entsorgt hätten und sich die ASP auch über den Wasserweg verbreite.
Der Deutsche Jagdverband (DJV) ruft Jagdreisende in osteuropäische Länder zu besonderer Vorsicht auf. Jäger sollten nach dem Jagdaufenthalt ihre Ausrüstung wie Messer, Bekleidung und Stiefel noch im Gastland sorgfältig reinigen und desinfizieren. Das BMEL empfiehlt Jägern, die mit dem eigenen Auto anreisen, dieses möglichst nicht für Revierfahrten zu nutzen und noch vor Antritt der Rückreise zu desinifizieren. Schwarzwild-Trophäen müssen ebenfalls desinifiziert sein. Der Import von Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus Restriktionszonen sollte unbedingt vermieden werden. Sollte der Jäger gleichzeitig Schweinehalter sein, bittet das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Jagdreisen in betroffene Gebiete zu verzichten. Die größte Gefahr für die Einschleppung der Krankheit nach Deutschland und eine mögliche Verbreitung ist der Mensch - etwa über infizierte und falsch entsorgte Wurstwaren.